Alles über Hallux Valgus, die sichtbare Fehlstellung des großen Zehs

Alles über Hallux Valgus, die sichtbare Fehlstellung des großen Zehs

Was ist ein Hallux Valgus

Hallux Valgus bezeichnet eine sichtbare Fehlstellung des großen Zehs, der sich zur Fußaußenseite in Richtung der kleinen Zehen verschiebt und der Zehenballen an der Innenseite des Fußes deutlich hervor tritt. Dabei wird auch die Lastverteilung des Körpergewichts auf der Fußsohle verändert. Der Mittelfuß wird beim Hallux Valgus sehr viel mehr beansprucht. Beim Hallux Valgus handelt es sich um die häufigste Fehlstellung des Vorfußes und der Zehen. Aufgrund seiner auffälligen Form wird er hierzulande auch als Überbein oder Ballenzeh bezeichnet. Im Zuge des Hallux Valgus tritt das oftmals schmerzvoll geschwollene und entzündete Mittelfußköpfchen hervor und drückt gegen das Schuhwerk. Ein Hallux Valgus muss nicht immer schmerzhaft sein und für viele Betroffene ist die Fehlstellung anfangs hauptsächlich ein kosmetisches Problem, das beim Tragen offener Schuhe sichtbar wird.

Symptome des Hallux Valgus

Im ersten Stadium des Hallux Valgus werden durch den schiefen Zeh kaum Beschwerden verursacht. Es kann vorkommen, dass der Fuß nicht mehr in den Schuh passt, da der Zehenballen verdickt ist. Im weiteren Verlauf führt der Hallux Valgus oftmals zu Schmerzen, die in der Regel an der Stelle beginnen, wo sich der Mittelfußknochen-Kopf an der Innenseite des Fußes als Beule abzeichnet. Durch den vergrößerten Ballen, der gegen den Schuh drückt, werden Schmerzen verursacht und die Haut sowie der darunter befindliche Schleimbeutel gereizt, wodurch Schwellungen und Entzündungen entstehen. Zudem kann das fortgeschrittenen Stadium zu Irritationen der anderen Zehen führen, wodurch die Entwicklung des Hallux Valgus begünstigt wird. Zudem kann durch die falsche Lastenverteilung im Fuß, die durch den Verlust der Abstoß-Funktion  beim Laufen und Stehen entsteht, Schmerzen verursacht werden.

Ursachen von Hallux Valgus

Betroffen von Hallux Valgus sind hauptsächlich Frauen fortgeschrittenen Alters und nur in seltenen Fällen kann der Hallux Valgus auf nur eine einzige Ursache zurückgeführt werden, da verschiedene Faktoren diesbezüglich eine Rolle spielen. Oftmals sorgen diese erst miteinander kombiniert für die Entwicklung der Zehenfehlstellung. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Hallux Valgus erblich bedingt ist, durch einen schlecht verheilten Knochenbruch oder durch entzündliche Veränderungen der Gelenke entsteht. Einer der häufigsten Gründe jedoch ist das Tragen zu enger Schuhe über einen sehr langen Zeitraum. Da die Füße extrem anpassungsfähig sind, kann auch das jahrelange Tragen von zu engen Strümpfen, die die Zehen zusammendrücken,  die natürliche Fußform beeinflussen. Spitz zulaufende und hohe Schuhe drücken den großen Zeh in die so genannte Valgus-Position. Durch hohe Absätze wird auch die Muskulatur geschwächt, durch welche die Zehe normaler Weise in die gerade Richtung gezogen wird. Personen, die über einen Zeitraum von vielen Jahren jeden Tag hohe Absatz-Schuhe tragen, verlieren diese Muskelkraft nahezu vollständig. Dementsprechend hoch gestaltet sich das Risiko, einen Hallux Valgus zu entwickeln. Häufig kommt es auch vor, dass die Spitzen des Schuhs zu eng ausfallen und den Zehen nicht den nötigen Bewegungsfreiraum bieten, wodurch die Zehen ebenfalls gezwungen werden, sich in der Fehlstellung zu positionieren, was mit der Zeit zu einer bleibenden Fehlstellung führen kann. Dabei ist es nicht problematisch, von Zeit zu Zeit für einige Stunden hohe Schuhe zu tragen. Sind die Schuhe zu kurz, kann es ebenfalls dazu kommen, dass die Zehen in eine Fehlhaltung gezwungen werden und neben dem Hallux Valgus sich auch Krallen-oder Hammerzehen bilden können. Auch ein schwaches Bindegewebe und ein Knochen-Fehlwachstum kann einen Hallux Valgus verursachen. Durch ein schwaches Bindegewebe verformt sich der Fuß einfacher und schneller. In sehr seltenen Fällen entwickelt sich ein Hallux Valgus bereits vor eintreten der Pubertät auch bei Kindern. Hierbei kann eine jahrelange Fehlbelastung durch das Tragen falscher Schuhe ausgeschlossen werden und die Ursachen sind auf ein Knochen-Fehlwachstum zurückzuführen oder der Hallux Vulgus erblich bedingt.

Behandlungsmethoden von einem Hallux Valgus

Meist ist die Fehlstellungen des großen Zehs bereits bevor die ersten Beschwerden auftreten, erkennbar. Richtet sich der Zeh innen, tritt der Ballen des Großzehs meist schmerzhaft hervor und verursacht Probleme beim Gehen, Stehen oder beim Anziehen enger geschnittener Schuhe.

Entsprechend der Ausprägung des Hallux Valgus wird die Behandlungsmethode ausgewählt, die ausschließlich von Ärzten durchgeführt werden darf. Das Behandlungsspektrum reicht von konservativen Maßnahmen zur Schmerzlinderung bis hin zu operativen Maßnahmen durch die der Hallux Valgus dauerhaft entfernt werden kann. Der Hallux Valgus ist die häufigste Grund einer Fuß-Operation und nachhaltige Erfolge können durch konservative Behandlungsmöglichkeiten meist nicht erzielt werden. Insbesondere im fortgeschrittenen Stadium ist eine Operation zu empfehlen, idealer Weise so früh wie möglich. Vor einer Fuß-OP werden Röntgenaufnahmen des Fußes gemacht und die Fehlstellung genau analysiert. Anhand dieser wird das operative Vorgehen geplant. Je stärker die Fehlstellung ausgeprägt ist, desto körpernäher wird die Korrektur durchgeführt, was heisst, dass eine leichte Fehlstellung durch eine Korrektur der Knochen im vorderen Schaft-Bereich des Zehs durchgeführt werden kann. In diesem Bereich ist der Knochen sehr fein und muss nur geringfügig verstärkt werden. Hinsichtlich einer starken Fehlstellung muss die OP bereits am größeren Mittelfußknochen vorgenommen werden. Da jede Opration mit Risiken verbunden ist, gilt es, sich von den Ärzten umfassend aufklären zu lassen. Geschulte Mediziner klären eventuelle Risiken ab, bevor der operative Eingriff vorgenommen wird. In schweren Fällen werden die Kosten eines operativen Eingriffs von der Krankenkasse übernommen.

Hallux Valgus Schienentherapie

Ist der Hallux Valgus nicht sehr weit fortgeschritten, wird die Fehlstellung meist mit einer Schienentherapie behandelt. Diese bewirkt allerdings keine Wunder und ein schiefer Zeh wird auch durch das Tragen einer Schiene nicht wieder gerade. Durch eine Schiene können die Beschwerden jedoch gelindert und das Fortschreiten der Fehlstellung verzögert werden. Im Zuge einer Schienentherapie liegt der Erfolg in der Verantwortung des Patienten und damit die Behandlung wirksam ist, wird ein erhebliches Maß an Disziplin benötigt. Die Schienen muss dauerhaft getragen werden, wobei diese recht unbequem ist und sie aus Platzmangel auch Probleme beim Tragen der Schuhe verursachen kann. In der Eingewöhnungsphase haben viele Patienten Schmerzen. Die eigene Disziplin kann sich langfristig  lohnen und wer das Tragen der Schiene über eine längere Zeit durchhält, dem bleibt ein operativer Eingriff eventuell erspart. Teilweise ist das Tragen der Schiene auch eine geeignete Übergangstherapie.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Weniger Schmerz auch ohne Fuß-Operation kann durchaus durch eine konservative Behandlung erreicht werden. Dabei können allerdings nur die Beschwerden gelindert oder im besten Fall das Fortschreiten der Fehlstellung aufgehalten werden. Die Korrektur des Hallux Valgus kann ausschließlich durch eine Operation erreicht werden und meist nimmt die Fehlstellung trotz einer konservativen Behandlung weiter zu. Um die Schmerzen und Entzündungen akut zu lindern, eignen sich konservative Maßnahmen dennoch. Zu diesen können zählen:

  • Physiotherapie um die Fußmuskulatur zu stärken
  • Das tragen von weichen, weiten Schuhen
  • Das nutzen von Schuheinlagen mit Abstützung des Fuß-Mittelfußknochens
  • Das Tragen senso-motorischer Einlagen um die Fußmuskulatur zur kräftigen
  • Das Tragen von Hallux Valgus-Schienen mit oder ohne Gelenk
  • Kräuterumschläge

Möglichkeiten zur Vorbeugung

Ob Schienen, Zehenspreizer oder Umschläge: Eine 100 Prozent wirkungsvolle Therapieform gegen die Fehlstellung existiert leider nicht, denn ist der Zeh erst einmal verformt, wird er ohne einen operativen Eingriff nicht wieder gerade. Aus diesem Grund sollte man es gar nicht erst zu einem Schiefstand kommen lassen. Zu den präventiven Maßnahmen zählt, das Vermeiden vom dauerhaften Tragen hochhackiger oder zu enger Schuhe ab dem jungen Alter sowie das gelegentliche barfuß laufen, da hierdurch  die Fußmuskulatur trainiert wird.

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