Elektrische Zahnbürsten für Kinder – nur Marketing oder wirklich sinnvoll?

Zähneputzen ist eine der unbeliebtesten Tätigkeiten, die Eltern ihren Kindern beibringen müssen.
Dabei ist die Theorie zur gründlichen Mundhygiene genauso wichtig wie das tägliche Putzen mit der richtigen Technik. In Werbespots wird den Zuschauern suggeriert, wie einfach und bequem die Handhabung von elektrischen Zahnbürsten ist.

Dabei gibt es Fragen, die Sie als Eltern vielleicht auch bewegen.
Wie empfehlenswert sind elektrische Zahnbürsten für Kinder?
Welche Vor- und welche Nachteile bringen diese Utensilien? Lohnt sich die Anschaffung der elektrischen Helfer für ihre Kinder und werden sie von ihnen akzeptiert?

Im Dickicht der vielen Anbieter und Modelle ist es nicht einfach, Fakten von Unwahrheiten zu unterscheiden.
Wenn Sie sich ebenfalls zu der Gruppe der Erwachsenen zählen, die nur das berühmte gefährliche Halbwissen besitzen, erhalten Sie hier eine umfassende Aufklärung.

Das sollten Sie über das Putzen von Kinderzähnen wissen

Milchzähne im Kindesalter sind anfälliger für Karies als die bleibenden Zähne bei Erwachsenen.
Darüber hinaus haben sie die wichtige Funktion des Platzhalters für die nachwachsenden Beißer.
Daher sollte mit dem gründlichen Reinigen der Zähne bei Kindern bereits mit dem Durchbruch des ersten Milchzahnes begonnen werden. Das passiert in der Regel im Alter von 6 Monaten.

Für die gründliche Mundhygiene und das Normalisieren des Zahnputzvorganges ist es wichtig, den Anfang mit einer manuellen Handzahnbürste durch die Eltern zu machen. Kinder haben in dem Alter noch nicht die entsprechende Feinmotorik zur korrekten Führung der Zahnbürste.
Als Vorbild sollten Sie das zweimal tägliche Putzen der Zähne vor dem Spiegel zeigen und kontrollieren.

Nachdem die Motorik des Kindes vorhanden ist und Bewegungsabläufe routiniert sind, können Sie eine elektrische Zahnbürste ab einem Alter von vier Jahren einsetzen. Bis dahin sind die Zähne noch nicht vollständig ausgebildet und das sensible Zahnfleisch könnte zusätzlich gereizt werden. Hier ist es ebenfalls wichtig, die richtige Zahnputztechnik zu zeigen, um Schäden an den Milchzähnen oder am Zahnfleisch zu verhindern.

Auch bei dem Einsatz einer elektrischen Zahnbürste darf die Kontrolle der gründlichen Reinigung nicht außer Acht gelassen werden. Wenn das Kind die Schreibschrift erlernt hat, kann die Kontrolle verringert werden.

Vorteile der elektrischen Zahnbürste für Kinder

Eine elektrische Zahnbürste erleichtert das gründliche Putzen der Zähne.
Durch die Bewegungen werden Beläge leichter entfernt, weil nicht die Hand, sondern das Gerät selbst die notwendigen Schwingungen ausführt. Das pure Halten der Bürste an alle Seiten der Zähne erledigt den kompletten Vorgang.

Die Bewegungstechniken und -möglichkeiten der elektrischen Helfer für die Mundhygiene werden immer besser und überragen zum Teil die klassische Methode.
Eine Studie des “American Journal of Orthodontics & Dentofacial Orthopedics” hat zum Beispiel herausgefunden, dass eine elektrische Zahnbürste durch rotierende und oszillierende Bewegungen mehr Zahnbelag entfernt als eine manuelle.

Viele Modelle verfügen über einen eingebauten Drucksensor. Dieser signalisiert dem Kind, wenn es zu viel Kraft auf die Zähne oder das Zahnfleisch ausübt. Die Bürste stoppt, bis der Druck nachlässt.

Ein entscheidender Vorteil gegenüber der manuellen Bürste ist die Kontrolle der Zeit, in der das Kind die Seite oder Hälfte des Kiefers wechseln muss. Eine integrierte Uhr löst dann entsprechende Vibrationen der Bürste aus. Teurere Modelle haben entsprechende Apps mit Zahnputzspielen, bei denen durch Bewegungen Rätsel gelöst werden können.

Durch die Benutzung interaktiver Spiele und Musik, die die Vibrationsgeräusche der Zahnbürste überdeckt, wird bei Kindern eine Motivation zum Putzen der Zähne geweckt. Der lästige Zahnputzvorgang wird zu einem spaßigen Erlebnis.

Zwei unterschiedliche Techniken und verschiedene Modelle

Elektrische Zahnbürsten werden nach ihrer Reinigungstechnik in zwei Typen unterschieden: Rotationsbürsten und Ultraschallzahnbürsten. Beide Arten werden von einem Akku oder von einer Batterie angetrieben.

Rotationsbürsten

Diese Art der Zahnbürste hat einen rotierenden Kopf, welcher durch einen Motor angetrieben wird. Die Bürste wird mit verschiedenen Programmen rechts- oder linksdrehend auf den Zähnen bewegt und ersetzt somit die Bewegungen mit einer manuellen Zahnbürste.
Es gibt verschiedene Köpfe mit jeweiligen Bürstenarten, die mit einem Handgriff ausgetauscht werden können.

Ultraschallbürsten

Bei diesem Typ der Zahnputzhilfe benutzt keinen runden, sondern einen länglichen Kopf. Die Reinigung erfolgt mithilfe von Ultraschallschwingungen, d. h. hohe Frequenzen zwischen 20.000 und 30.000 Schwingungen pro Minute. Ähnlich dem Einsatz für die Sterilisierung von medizinischen Instrumenten reinigen diese Geräte sehr effizient und gründlich.

Noch gibt es keine Studien dazu, welche Putztechnik die bessere ist. Aber der Einsatz hochfrequenter Schwingungen löst auch kleinsten Dreck und hartnäckigste Beläge von den Zähnen.
Die Art der Vibrationen ist wesentlich feiner als bei den Rotationsbürsten.

Welche Nachteile gibt es beim Einsatz elektrischer Zahnbürsten?

Trotz der gründlichen Reinigung elektrischer Zahnbürsten durch Schwingungen und Sensoren liefern sie keine Garantie der perfekten Zahnpflege. Vor allem bei Kindern kann trotz aller Programme und Kontrollmöglichkeiten eine Fehlanwendung nicht ausgeschlossen werden.
Daher besteht auch beim Einsatz elektrischer Zahnbürsten die Pflicht der Eltern zur Nachkontrolle und die Reinigung der Zwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten.

Welches Budget müssen Sie in die Hand nehmen?

Der größte Unterschied zwischen elektrischer und manueller Zahnbürste sind die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten. Generell fallen diese zum Nachteil elektrischer Kinderzahnbürsten aus. Aber auch unter den Modellen gibt es einige Unterschiede.

Rotationszahnbürsten haben eine niedrigere Preisklasse als Ultraschallzahnbürsten. Das Einsteigermodell gibt es ab ca. 15 Euro. Bei den teuren Modellen mit Zusatzfunktionen müssen Sie bereits 40 Euro kalkulieren. Austauschköpfe gibt es in verschiedenen Packungseinheiten zwischen 5 und 10 Euro.

Bei den Ultraschallzahnbürsten beginnen die günstigen Modelle bei 18 Euro. Eine hochwertige Zahnbürste mit Ultraschalltechnologie, Musik und Vernetzungstechnik für Kinder kann bis zu 60 Euro kosten. Neben den Anschaffungskosten sollten Sie mitberücksichtigen, dass die Köpfe ebenfalls regelmäßig gewechselt werden müssen und Batterien bzw. Stromkosten für das Ladegerät anfallen.

Worauf ist beim Kauf zu achten?

Beim Kauf einer elektrischen Zahnbürste für Kinder ist es wichtig auf ein geringes Gewicht des Utensils und auf einen sicheren Griff zu achten. Dieser sollte idealerweise mit Gummi überzogen oder genoppt sein, damit die Zahnbürste nicht aus der Hand rutscht. Darüber hinaus die Bürstenköpfe klein und mit weichen abgerundeten Borsten ausgestattet sein. So können die Milchzähne sanft gereinigt werden.

Das Modell sollte dem Kind gefallen und es optisch ansprechen. Die zehn beliebtesten Kinderzahnbürsten finden Sie hier. Ein eingebauter Drucksensor erhöht die Effizienz des Zähneputzens und sollte ebenfalls vorhanden sein.
Die Zahnbürste muss nach jeder Anwendung gereinigt werden und die Aufsätze sollten im Intervall von zwei bis drei Monaten gewechselt werden.

Wenn die elektrischen Zahnbürsten für Kinder und Erwachsene vom gleichen Hersteller erfolgen, sind die Utensilien meist mit den Ladegeräten kompatibel. Das erspart das Aufstellen von verschiedenen Ladestationen für unterschiedliche Modelle im Bad.

Fazit

Elektrische Zahnbürsten sind für Kinder ab einem Alter von vier Jahren zu empfehlen. Sie sorgen mit Drucksensoren und Zeitschaltuhren für eine effizientere Mundhygiene der Kleinen. Darüber hinaus kommt durch die elektrischen Modelle der Spaß zum Putzen der Zähne mithilfe von Musik, Apps und Spielen.

Der Einsatz von elektrischen Zahnbürsten bringt keine direkten Nachteile für das Zähneputzen selbst. Es ist eine Frage der Anschaffungs- und Unterhaltungskosten für die Anwendung moderner Technik zur gründlichen Mundhygiene der Kleinen im Haus. Wenn Sie möchten, dass Ihre Kinder freiwillig zur Zahnbürste greifen und die Kosten kein Problem sind, ist diese Methode der beste Weg zum Erfolg.

Schreibe einen Kommentar