Haarausfall – Vorbeugen statt Nachbehandeln

Haarausfall – Vorbeugen statt Nachbehandeln

Gesundes und kräftiges Haar

Es soll gesund sein, glänzen und voluminös sein, das Haar. Eine prächtige Mähne, wie sie die Stars in den Hochglanzmagazinen haben. Doch leider ist nicht jede Frau und jeder Mann mit solch einer Haarpracht gesegnet. Dazu kommt ein ganz besonderes Phänomen: Frauen finden fast immer die Haarpracht einer anderen voller, gesünder und lockiger. Beim Verlust einiger Haare kann sich schon einmal Panik breit machen. Und zwar bei Mann und Frau. Stellt sich die Frage: Wie viel Haarausfall ist normal? Wie viele Haare dürfen Sie verlieren ohne dass Sie Angst habe müssen, kahl zu werden?

Haarfollikel entstehen bereits im Mutterleib

Bereits im Mutterleib entstehen ungefähr fünf Millionen Haarfollikel, die über den gesamten Körper verteilt sind. Vielleicht ungerecht, aber wahr ist, dass nach der Geburt keine weiteren dazu kommen. Das Kopfhaar muss zwei Phasen durchlaufen: Die Wachstums- und die Ruhephase. Die Wachstumsphase dauert zwei bis sechs Jahre und die Ruhephase rund drei Monate. Der größte Teil der Haare, nämlich fast achtzig Prozent, sind in der Wachstumsphase, die restlichen Prozent jedoch gleichzeitig in der Ruhephase. Jeder Mensch, egal ob Mann oder Frau, verliert pro Tag zwischen achtzig und hundert Haare. Sollten Sie mehr Haare verlieren, brauchen Sie erstens keine Angst haben und zweitens die Haare nicht in mühevoller Arbeit zählen, denn es ist ganz normal, dass Sie im Frühling und im Herbst generell mehr Haare verlieren. Ganz banal gesagt, quasi ein Fellwechsel wie im Tierreich. Dauert der Haarausfall jedoch über einen längeren Zeitraum an, ist es ratsam, dass Sie einen Arzt aufsuchen.

Unterschiedlichste Gründe für den Haarausfall

Haarausfall ist ein sehr komplexes Thema. Schon deshalb, weil es so viele unterschiedliche Gründe dafür gibt. Das beginnt bei den falschen Pflegeprodukten für die Haare und endet bei ernstzunehmenden Erkrankungen.

Mögliche Ursachen für Haarausfall sind:

  • Stress
  • Psychische Belastungen
    – Trauer
    – Sorgen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Eisenmangel
  • Hormonelle Störungen
  • Geschlechtskrankheiten
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Infektionskrankheiten
  • Medikament
    – Medikamente mit cholesterinsenkenden oder blutgerinnungshemmender Wirkung
    – Betablocker
    – Medikamente für Schilddrüsenerkrankungen
    – Zytostatika
  • Sehr einseitige Ernährung oder Diäten
  • Belastung mit Schwermetallen
    – Farben
    – Lacke
    – Insektenschutz- oder Imprägnierungsmittel
  • Chemikalien in den verschiedenen Styling- und Haarprodukten

Die Haarwurzel ist sensibel

Vorbeugen statt Nachbehandeln ist das Motto. Achten Sie auf Ihre Kopfhaut, denn die ist sehr sensibel. Die Kopfhaut und Ihre Bedürfnisse sollten über die Produktwahl entscheiden. Kräftiges und schönes Haar wächst nur aus einer gesunden Haarwurzel. Die Kopfhaut steht am Beginn des Kreislaufs, der meistens so aussieht: Die Schutzbarriere der Haut wird angegriffen, das Haar wirkt brüchig und stumpf. Jetzt kommen noch falsche, nicht auf Ihre persönliche Kopfhaut abgestimmte Plege- und Stylingprodukte dazu und schon wird Ihre Kopfhaut zusätzlich angegriffen und aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Folge: Die Kopfhaut trocknet aus und wird sehr anfällig für Hautreizungen. Das führt neben Rötungen, einem Spannungsgefühl oder Juckreiz auch zu Haarausfall. In diesen Fällen können Sie Ihre Haare durch die passende Therapie und Pflege wieder neu züchten.

Warum bekommen manche Menschen aber eine Glatze?

Anders verhält es sich bei der Altersglatze. Das männliche Geschlechtshormon Dehydrotestosteron lässt die Haarwurzel verkümmern. Die Haare werden feiner und das Hormon sorgt ebenfalls dafür, dass in manchen Bereichen die Haare eben gar nicht mehr nachwachsen. Gegen den altersbedingten Haarausfall helfen Ihnen selbst die besten Pflegeprodukte nicht mehr, in solchen Fällen helfen nur mehr Medikamente. Besonders gut bewährt haben sich beispielsweise die Arzneistoffe Minoxidil und Finasterid. Dadurch können gesunde Haarwurzel oft noch gerettet werden, bereits kaputte nur mehr zum Teil.

Mythen rund um den Haarausfall beziehungsweise die Glatze

Schon seit jeher gibt es den Mythos, dass das häufige Tragen von Mützen oder Hüten die Glatzenbildung fördert. Das ist jedoch falsch. Ihre Haare wachsen nämlich, ganz unabhängig davon, wie oft oder wie viel Licht und Luft auf Ihre Kopfhaut gelangt.

Genetisch bedingter Haarausfall

Eine sehr häufig Ursache für Haarausfall ist genetisch bedingt. Gerade bei Männern ist das oft der Fall. Studien haben belegt, dass mehr als die Hälfte aller über 50-jährigen Männer unter erblich bedingten Haarausfall leiden. Die moderne Medizin verfügt aber über effektive Verfahren, um ausgefallene Haare durch Umverteilung zu ersetzen. Die modernen Haartransplantationen sind besonders effektiv, schonend und bringen gute und natürliche Ergebnisse. Erblich bedingter Haarausfall betrifft in der Regel den oberen Teil, nicht jedoch den hinteren und seitlichen Bereich der Kopfhaut. Deshalb werden die Haare aus diesen widerstandsfähigen Bereichen entnommen und auf die kahlen Stellen an der oberen Kopfhaut, beispielsweise an den Schläfen, eingepflanzt.Der große Vorteil: Nach erfolgter Verpflanzung bleiben die Haare das ganze Leben lang erhalten und fallen nicht wieder aus.

Welche Techniken der modernen Haartransplantation gibt es?

Befragt man Spezialisten, so erfährt man, dass in der modernen Haartransplantation zwei gleichwertige Verfahren zur Verfügung stehen. Je nach Ihrer persönlichen Situation wird das geeignete Verfahren gewählt. Das schon seit Längerem bestehende Verfahren nennt sich Stripmethode. Bei diesem Verfahren wird ein ungefähr ein Zentimeter hoher Streifen Kopfhaut samt der darauf liegenden Haare vom Hinterkopf entnommen. Ein speziell ausgebildetes und geschultes Team präpariert unter einem hochauflösenden Mikroskop die Haare. Bei der neueren, der sogenannten FUE-Methode hingegen werden die kleinen Haargruppen mit feinsten Instrumenten einzeln entnommen.

Wie wachsen Haare?

Haare wachsen natürlicherweise nicht einzeln aus einer Wurzel, sondern in kleinen Bündeln. Damit bei der Haartransplantation ein zufriedenstellendes, natürliches Ergebnis erzielt wird und gleichzeitig auch sehr schonend vorgegangen werden kann, werden bei einer hochwertigen Haartransplantation immer nur diese Haargruppen verwendet. Wie bereits erwähnt werden mit feinsten Instrumenten, das können Nadeln oder ein Skalpell sein, vom Arzt winzige Einstichkanäle auf der Kopfhaut angelegt. Die Tiefe der Einstiche beträgt zwischen drei und sechs Millimeter und wird auf die jeweilige Haarwurzellänge abgestimmt. Eigenhaartechniker setzen im Anschluss die einzelnen Haarwurzeln mit sehr feinen Pinzetten in diese Kanäle. Dabei spüren Sie überhaupt keine Schmerzen. Eine Haarverpflanzung dauert ungefähr drei bis sieben Stunden mit der Stripmethode. Mit der aufwendigeren Einzelentnahme kann sie durchaus auch zwei Tage dauern. Die Krusten lösten sich im Normal nach rund zehn Tagen. Die Kopfhaut ist dann so weit verheilt, dass Sie fast keine Spuren mehr von der Haartransplantation sehen. Das Wachstum der neuen Haare beginnt nach vier bis sechs Monaten aus den frisch verpflanzten Haarwurzeln. Das endgültige Ergebnis ist normalerweise nach rund einem Jahr zu sehen.

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