Nagelpilz verursacht hohen Leidensdruck bei Betroffenen

Nagelpilz verursacht hohen Leidensdruck bei Betroffenen

Allgemeine Informationen über Nagelpilz

Bei der Infektion mit Nagelpilz, fachsprachlich als Onychomykose bezeichnet, handelt es sich um keine bedrohliche Erkrankung. Die Betroffenen allerdings sind einem hohen Leidensdruck ausgesetzt, da unvorteilhafte optische Veränderungen mit den infizierten Nägeln einhergehen. Insbesondere in den warmen Monaten kann dies zu einer großen psychischen Belastung führen. Besonders wichtig ist es aus diesem Grund, den Nagelpilz frühstmöglicht mit wirksamen Mitteln zu behandeln. Nagelpilzinfektionen müssen stets ärztlich diagnostiziert und abgeklärt werden. Wird der infizierte Nagel nicht richtig behandelt, so kann es passieren, dass dieser komplett durch den Pilz zerstört wird und auch die benachbarten Nägel befällt. Dies sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch Schmerzen verursachen und beispielsweise das Laufen beeinträchtigen. Eine Nagelpilzinfektion wird in den meisten Fällen von Fadenpilzen ausgelöst, allen voran dem so genannten Trichophyton Rubrum. Eher seltener sind Schimmel-oder Hefepilze die Ursache einer Infektion. An der Körperoberfläche herrschen ideale Lebensbedingungen für Fadenpilze, da sie es auf das Keratin abgesehen haben, woraus die Hornsubstanz von Haaren, Haut und Nägeln besteht. Darüber hinaus wird eine Pilzinfektion durch Wärme und Feuchtigkeit begünstigt. Als Eintrittspforte für den Nagelpilz zählt meist das Nagelbett im Bereich des Nagelrands. Doch auch eine direkte Infektion der Nägel ist möglich, wobei eine Ansteckung zumeist in öffentlichen Schwimmbädern, Duschen, Saunen, Umkleidekabinen oder an Orten, an welchen viele Personen barfuß laufen erfolgt. Die Pilze werden über den Kontakt mit Erregern, welche sich beispielsweise in den Hautschuppen befinden und dort Wochen überdauern können, übertragen. Meist beginnt der Pilzbefall am vorderen Nagelrand und von dieser Stelle breiten sich die Pilze dann über die komplette Platte des Nagels aus, wobei die Struktur des Nagelmaterials verändert wird. Als Substanz des Nagels wird das Keratin dabei langsam aufgelöst und es entstehen luftgefüllte Hohlräume, die in Form von weißen Streifen oder Flecken auftauchen. Zudem verdickt sich der befallene Nagelbereich und verfärbt sich gelblich-braun bis weißlich. Im weiteren Verlauf werden die Nägel rau, brüchig und zuweilen krümelig. Die Nagelplatte wird gelockert und es kann vorkommen, dass der Nagel sich teilweise vom Nagelbett abhebt. Ist auch die Nagel-Matrix betroffen, wird auch der neu gebildete Nagel sofort mit dem Pilz infiziert.

Zu den typischen Symptome von Nagelpilz zählen:

  • Brüchige Nägel sowie die Abspaltung einzelner Nagelschichten
  • Sichtbare weiße Streifen oder Flecken
  • Die Verdickung der Nagelplatte
  • Weißliche bis gelb-braune Verfärbungen
  • Entzündetes Nagelbett

Zwar sind Nagelpilzinfektionen nicht lebensbedrohlich, doch sollten sie auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Auf der einen Seite kann Nagelpilz sehr schmerzhaft sein und die Funktion des  Fußes oder des Fingers beeinträchtigt werden und stellt einen Ausgangspunkt dar, von welchem aus sich der Pilz auf andere Körperbereiche ausweiten kann und auf der anderen Seite kann eine Nagelpilzinfektion auch den Weg für andere Erkrankungen ebnen, da die Pilzspuren zu minimalen Verletzungen am Nagel führen, die das Eindringen von Viren und Bakterien erleichtern.

Nagelpilz Behandlungen

Um Nagelpilz zu behandeln werden bestimmte Mittel, die so genannten Antimykotika eingesetzt. Diese enthalten Wirkstoffe, durch welche die Pilze gezielt abtötet bzw. ihr Wachstum verhindern.

Sind nur die oberflächlichen Nagelschichten und weniger als die Hälfte des Nagels betroffen, kann die Pilzinfektion äußerlich mit Nagellacken oder Tinkturen, die Antimykotika enthalten, behandelt werden. Befinden sich die Pilze bereits tiefer im Nagel, wird auch der nachwachsende Nagel immer wieder aufs Neue infiziert und in diesem Fall wird eine innerliche Behandlung mit Kapseln oder Tabletten nötig. Der Wirkstoff gelangt dann über die Blutbahn in die Nägel und lagert sich in der Nagelmatrix ein.

Das geeigneten Präparat wählt der Arzt anhand der vorhandenen Pilzkultur aus. Bei der Behandlung von Nagelpilz ist Geduld gefragt, denn bis die Wirkstoffe durch die einzelnen Nagelschichten dringen und den Nagelpilz abtöten, kann einige Zeit ins Land gehen, da zwischen den Nagelschichten mit Luft gefüllte Hohlräume liegen, in denen die Sporen der Pilze Wochen, Monate und zuweilen auch Jahre überstehen. Um die Pilze in diesen Bereichen erreichen zu können, werden Salben, die in Kombination mit der äußerlichen und innerlichen Therapie auf den Nagel aufgetragen werden, eingesetzt. Als Alternative zur Salbe können die befallenen Nagelschichten mit einer Fräse vom Arzt entfernt werden. Bei der Behandlung ist es unerlässlich, die Mittel regelmäßig und lange anzuwenden bis die Nägel gesund nachwachsen. Durchschnittlich beläuft sich die Behandlung  auf einen Zeitraum von drei Monaten im Zuge einer Tabletten-Thearpie. Hinsichtlich einer Behandlung mit Pilz-Nagellack kann die Behnadlung etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

Vorbeugen von Nagelpilz

Folgende Tipps können helfen, einer Nagelpilzinfektion zu entgehen:

  • In öffentlichen Schwimmbädern, Saunen, Fitness-Studios, Hotels etc. nie barfuß laufen
  • Handtücher, Socken, Bettwäsche etc. bei  über 60°C Grad waschen
  • Passende und bequeme Schuhe tragen, idealer Weise aus atmungsaktivem Material
  • Jeden Tag möglichst andere Schuhe wählen, damit die Schuhe gut trocknen können.
  • Strümpfe und Socken aus natürlichen Materialien tragen und täglich wechseln
  • Regelmäßige Nagelpflege
  • Medikamente gegen Nagelpilz

Wie bereits erwähnt erfordert eine erfolgreiche Nagelpilz-Behandlung Geduld, denn ein befallener Nagel gilt erst dann als geheilt, ist der gesunde Nagel vollkommen nachgewachsen. Eine komplette Heilung der Fußnägel dauert in etwa 9 bis 12 Monate, die der Fingernägel nimmt etwa 6 Monate in Anspruch. Je früher mit der Behandlung angefangen wird, desto höher sind auch die Heilungschancen. Die Nagelpilz-Behandlung kann sowohl innerlich mit Tabletten oder Kapseln, als auch äußerlich mit medizinischem Antipilz-Nagellack erfolgen. Hinsichtlich der äußerlichen Behandlung mit Nagellacken gelangt der Wirkstoff durch das Auftragen des Lackes direkt an den Nagel. Diese Form der Behandlung genügt meist dann, wenn der Nagelwachstumsbereich nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ist diese Zone jedoch von Pilz befallen, empfiehlt sich eine Kombinationstharapie von Nackellack und Tabletten. Ist die Nagelmatrix von Pilz befallen, genügt es nicht, den Nagelpilz nur äußerlich zu behandeln. In diesem Fall verschreibt der Arzt zusätzlich Tabletten, die verschreibungspflichtig sind und ihren Wirkstoff  in die Blutbahn abgeben, über welche dieser dann das infizierte Nagelbett erreicht und die Nagelpilz-Erreger von innen bekämpft. Neben den Tabletten sollten die infizierten Nägel zusätzlich immer auch mit einem medizinischen Anti-Nagelpilz-Nagellack behandelt werden, da die Heilungschancen Studien zufolge dadurch deutlich erhöht wird.

Auch die Schuhe desinfizieren

Begleitend zu der Behandlung von Nagelpilz sollten auch die Schuhe behandelt werden. Pilze finden im feuchtwarmen Milieu ideale Lebensbedingungen vor und werden die Schuhe nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass die Pilz-Erreger auch gesunde Nägel infizieren. Um die Schuhe zu desinfizieren eignen sich Sprays, die speziell zur Bekämpfung von Fuß- und Nagelpilz entwickelt wurden und die in der Apotheke erhältlich sind.

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