Verbesserungen der Mundflora durch den Verzicht auf das Rauchen

Der Verzicht auf Rauchwaren für jahrelange Genießer ist nicht einfach. Dabei gibt es jede Menge Argumente, die das Umsteigen immer plausibler machen. Die Tabaksteuer wird kontinuierlich angehoben.

Stichhaltige Nachweise für ein erhöhtes Krebsrisiko von Rauchern wurden erbracht.
Die Tabakindustrie muss mit abschreckenden Bildern werben. Und die Plätze, an denen in der Öffentlichkeit gepafft werden darf, werden auch immer weniger.

Abgesehen von dem äußerlichen Druck sollte jeder Raucher wissen, welche Vorteile seine Mundflora durch den Verzicht erlangt.
Acht orale Verbesserungen werden im nachfolgenden Text vorgestellt. Das Gesamtergebnis der einzelnen Veränderungen sollten auch dem Rest der noch verbliebenen Raucher Anlass genug sein, einen Ausstieg ernsthaft zu versuchen.

Veränderungen im Mund beim Rauchstopp

Durch den regelmäßigen Konsum von Rauchwaren werden im Mund jedes Rauchers Veränderungen ausgelöst. Die Person selbst merkt es kaum, weil der Prozess eher schleichend abläuft. Umso mehr sehen und merken es Freunde und Familie.

Das beginnt beim penetranten Mundgeruch durch Ablagerungen und führt über vergilbte Zähne bis zur trockenen Zunge bis zum Zahnausfall oder gar Mundkrebs.
Mit einem Stopp des Konsums können sich viele Symptome wieder zurückbilden. Dann erst merkt die Person, wie stark sie sich bereits an die negativen Auswirkungen des Rauchens gewöhnt hatte.

Verbesserung des Geruchs- und Geschmackssinns

Raucher atmen mit dem Qualm ca. 4.800 toxische Substanzen ein. Von diesen haben etwa 90 Stoffe ein krebserregendes Potenzial. In einer Metastudie hat ein brasilianisches Forscherteam über einen Zeitraum von 34 Jahren Untersuchungen zum Thema Wechselwirkung zwischen Rauchen, Riechen und Schmecken ausgewertet.

Bei den Mehrheiten der Untersuchungen konnte ein Zusammenhang zwischen dem Rauchen, Riechen und Schmecken gefunden werden. Das bedeutet, dass Raucher anders schmecken und riechen als Nichtraucher. Mit einem Rauchstopp bilden sich diese Sinnesorgane im Laufe der Zeit wieder zurück.

Verringerung der Gefahr von Parodontitis

Raucher haben eine schlechtere Durchblutung im Mund. Infolge dessen haben sie auch seltener Zahnfleischblutungen. Dies Symptome sind wichtige Warnsignale für Erkrankungen des Zahnfleisches.

Dadurch bemerken Raucher oft erst sehr spät, wenn sie Probleme im Mund haben, welches einer Behandlung bedarf. Nach einem Rauchstopp geht das Risiko der Parodontitiserkrankung allmählich zurück. Nach ca. elf Jahren ist es auf dem gleichen Niveau wie bei Nichtrauchern.

Das Risiko von Karieserkrankungen wird verringert

Während des Rauchens wird die Zusammensetzung der Arten von Bakterien im Mund stark verändert. Dies hat eine Studie von Forschern der New York University aus dem Jahr 2016 gezeigt.
In der Arbeit wurde der Speichel von ca. 1200 Teilnehmern nach der Häufigkeit von 600 Bakterienarten untersucht.

Das Ergebnis zeigt, dass 150 Bakterienarten bei Rauchern stärker vertreten waren als bei Nichtrauchern. Darunter auch Streptokokken, die den Befall der Zähne durch Karies fördern.
Weitere 70 Bakterienarten, die z. B. für die Zersetzung von Giftstoffen im Körper sorgen, waren deutlich weniger vorhanden.

Senkung des Krebsrisikos für die Mundhöhle

Wer raucht, setzt sich einem exponentiell erhöhten Risiko aus, an Krebs zu erkranken. Das betrifft speziell die Mundhöhle, den Kehlkopf, den Rachen, die Speiseröhre und die Lunge. Schon nach einer Zigarette enthält der Speichel krebserzeugende Substanzen, die zur Bildung eines weißen Flecks (Leukoplakie) führen.

Aus diesen angehäuften Substanzen kann sich in relativ kurzer Zeit Mundhöhlenkrebs bilden.
Meist ist es Lungenkrebs, der vor allem Raucher befällt. Aber Tumore im Mund oder Krebserkrankungen an Lippen, Rachen oder Mundhöhlen sind ebenfalls häufig zu verzeichnen.

Wer umsteigt und mit dem Rauchen aufhört, senkt dieses Risiko deutlich. Bereits nach drei bis fünf Jahren ist das Krebsrisiko um ein Vielfaches niedriger. Erst nach 20 Jahren ist es so niedrig wie das eines Nichtrauchers.

Penetranter Mundgeruch verschwindet

Viele Raucher erkennt man an einem penetranten Mundgeruch. Schon im Vorbeigehen riecht es etwa nach kalter Asche. Zähneputzen oder Mentholdragees können daran nicht viel ändern.

Rauchen trocknet den Mund aus. Wenn dann der notwendige Speichel zum Wegspülen der Essensreste fehlt, bleiben diese im Mund hängen. Das Ergebnis ist ein unangenehmer Geschmack im Mund und Mundgeruch. Solche Probleme gehören nach dem Rauchstopp zur Vergangenheit.

Rauchergaumen

Der sogenannte Rauchergaumen, auch als Raucherleukokeratose bekannt, verschwindet nach dem Ausstieg. Mit dieser Bezeichnung ist eine teils flächige, pflastersteinartige Veränderung des Gaumens gemeint, die mit roten Punkten durchsetzt sind. Dabei handelt es sich um entzündete und veränderte Ausführungsgänge der kleinen Speicheldrüsen des Gaumens.

Dieses Phänomen entsteht durch das im Tabak enthaltene Noxen. Es ist jedoch keine bösartige Gewebeveränderung (Präkanzerose). Nach dem Rauchstopp bildet sie sich zurück.

Rückbildung von Rauchermelanose

Im Frontzahnbereich des Unterkiefers bei Rauchern kann oft eine ungewöhnliche bräunliche Hyperpigmentation festgestellt werden. Diese wird als Rauchermelanose bezeichnet.
Diese entsteht durch den Tabakrauch, der das Gewebe zur zusätzlichen Produktion von Melanin anregt.

Auch wenn es sich um einen harmlosen Effekt handelt, ist die Melanose optisch nicht schön.
Diese Veränderung bildet sich ebenso nach dem Aufhören des Tabakkonsums wieder zurück.

Der Verlust an Implantaten geht zurück

Zahnimplantate sind meist aus Titan hergestellte künstliche Zahnwurzeln. Über ein Verbindungsstück wird auf ihnen der Zahnersatz befestigt. Durch Brüche des Implantats, chronische Schmerzen, Nebenhöhlenentzündungen oder Knochenabbau kann es zum Verlust des Implantats kommen.

Die schlechtere Durchblutung des Körpers bei Rauchern hat eine schlechtere Wundheilung zur Folge. Gleichzeitig wird der Knochenabbau verstärkt. Diese Einflüsse behindern den Erfolg von langfristigen Implantaten.

Der Verzicht auf Tabakprodukte verbessert die Durchblutung und somit den Behandlungserfolg.
Dadurch wird die Anzahl der notwendigen Behandlungen verringert. Die Auswirkung auf die eigene finanzielle Situation ist ebenfalls spürbar.

Wichtige Infos zum Mitnehmen

Der Ausstieg aus dem Tabakkonsum hat eine Vielzahl positiver Auswirkungen auf die eigene Mundflora. Es handelt sich dabei um eine Vielzahl optischer Effekte, wie die Rückbildung der Rauchermelanose oder des Rauchergaumens etc.
Der Freundes- und Familienkreis wird von penetranten Mundgerüchen verschont.

Schwerwiegendere Effekte des Rauchens wie die Verringerung von Karies und Parodontose bis hin zum Ausfall von Zähnen werden verringert bzw. zurückgebildet.
Darüber gehen Risiken und Vorboten von Krebsbildungen in der Mundhöhle wie Leukoplakie zurück. Die Regenerierung braucht je nach Menge und Dauer des früheren Tabakkonsums mehrere Jahre.

Im Hinblick auf die Anzahl der Veränderungen und die schwerwiegenden Folgen, die mit dem Rauchen verbunden sind, ist nur jedem Raucher nur zu empfehlen, schnellstmöglich damit aufzuhören. Letztendlich ist auch das eigene Wohlbefinden, welches sich enorm verbessert, wenn sich Geschmacks- und Geruchssinn wieder normalisieren und das Lächeln eine bessere Ausstrahlung hat.

Schreibe einen Kommentar